Lingerie

Es gibt Unterwäsche, die nicht mehr sein möchte als eben Unterwäsche. Doch heutzutage eröffnen sich die weiten Welten der Lingerie mit Unterwäsche, die sexy und frech, aber auch elegant und sinnlich sein will. Zugleich soll sich eine Frau darin als Frau fühlen. Dieses Gefühl war natürlich zunächst einmal nicht gegeben, wie gerade die ersten Büstenhalter zeigen. Erfunden am Ende des 19. Jahrhunderts waren sie weit davon entfernt, jegliche Form von Erotik auszustrahlen. Auch bei Höschen sah es in dem Bereich eher trist aus.

Ein Vorreiter des Wandels von der Unterwäsche zur Lingerie war die französische Firma Aubade, welche in den 1960er Jahren mit farbigen und gemusterten BHs und Höschen von sich Reden machte. Im folgenden Jahrzehnt sorgten der träger- und rückenlose BH für Frauen mit einem Faible für Kleider sowie der eher im Privatgebrauch beliebte vorne zu öffnende BH für Aufsehen.

Die Firma blieb ihrer Linie treu und zeigte in den folgenden Jahren, dass Unterwäsche nicht gleich Unterwäsche ist, sondern Verführung. Aubade darf sich zudem rühmen, 1979 den String erfunden zu haben. Dieses Lingeriestück ist inzwischen so bekannt, dass man sich kaum vorstellen mag, dass es noch so „jung“ ist. Trotz stetiger neuer Serien, wie den „Verführerischen Randnotizen“ wurde die Firma 2005 von dem Schweizer Unternehmen Calida aufgekauft. Wirklich geändert hat sich allerdings nichts, weiterhin ist Verführung oberstes Gebot, wie der „La Petite Tricheuse“ beweist: Dieser Slip ist quasi der Wonderbra für den Po. So etwas hätte sich Dr. Bernard 1875 bestimmt nicht träumen lassen, als er eine Firma für Korsett- und Miederwaren gründete, aus der Aubade hervor ging.