Seit nunmehr über 100 Jahren gibt es den Büstenhalter in seiner heutigen Form und immer wieder wird in regelmäßigen Abständen von mehr oder weniger seriöse ForscherInnen versucht, eine Kausalität herzustellen, dass BH-Trägerinnen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, an Brustkrebs zu erkranken.
Vorreiter dieser Forschung ist das Ehepaar Singer und Grismaijer. Nachdem seine Frau während der Schwangerschaft einen Knoten in der Brust fühlte, hörte sie auf BHs zu tragen und nach kurzer Zeit war der Knoten verschwunden. Ableitend von diesem Erlebnis forschten Sie weiter und befragten in fünf US-Städten 4500 Frauen nach Ihren BH-Tragegewohnheiten und stellten fest, dass das Brustkrebsrisiko bei einer längeren Tragezeit höher lag.
Es gibt auch immer wieder andere Studien, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen und glauben, dass Sie signifikante Zahlen zusammengetragen haben und so den Beweis für den Zusammenhang erbracht haben. Allerdings wird in den meisten dieser Studien nicht auf die anderen Lebensumstände der Frauen eingegangen.
Manche Frauen beschreiben aber, dass Sie ohne BH sich besser bewegen konnten und drückende Schmerzen in der Brust weggegangen seien. Dies hängt aber eher damit zusammen, dass die meisten Frauen schlicht und ergreifend die falsche Größe BH tragen und eine bessere Aufklärung in diesem Bereich die Zahlen der Frauen mit Schmerzen oder Knoten in der Brust verringern würden.
Eine weitere Möglichkeit für den konstruierten Kausalzusammenhang kann auch darin liegen, dass Frauen mit größeren Brüsten früher anfangen BHs zu tragen und wenn Sie Übergewicht entwickeln auch ihr Brustkrebsrisiko erhöhen. Zudem lassen sich bei großen Brüsten schwerer Knoten ertasten, so dass der Brustkrebs eher ausbrechen kann.
Prof. Volker Barth vom Institut für Mammadiagnostik hat in einer groß angelegten Studie keinen Zusammenhang zwischen dem Tragen eines BHs und Brustkrebs entdecken können. Das Tragen eines BHs bleibt also weitestgehend ungefährlich, nur auf die richtige Größe sollten Sie unbedingt achten, da sonst Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen ausgelöst werden können – die einem dann evtl. auch auf die Brust schlagen.
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2. März 2010
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